Navi für Gärtnerinnen: „Landschaftlich schönste Route“

Nicht immer zählt die kürzeste oder schnellste Strecke von A nach B. Ich würde mir manchmal die zusätzliche Option „landschaftlich schönste Route“ wünschen. So wie in der Landkarte die grün markierten Straßen und Wege als landschaftlich besonders reizvoll gelten, hätte ich gerne diesen Navi-Hinweis für´s Autofahren. Also ich wähle schon öfter einen Weg nach gärtnerisch interessanten Aspekten aus. In Linz gibt es zum Beispiel eine sonst eher unspektakuläre Straße, die ich besonders im Herbst gerne fahre, weil geschätzte 1 ½ Kilometer eine außergewöhnliche Liriodendron-Allee (Tulpenbaum) steht. Im Herbst sind die Bäume einfach prachtvoll in ihrer gelb bis braunen Blätterfärbung. Im Frühling hingegen locken mich markante Plätze mit Magnolien, Flieder, Paulownia (Blauglockenbaum), der zarte Austrieb der Blutbuchen, Straßen, die mit Leberblümchen, Buschwindröschen und Primeln gesäumt sind. Die Liste meiner „Routen und Plätzchen“ ließe sich unendlich fortsetzen. Ich bin überzeugt, so wie ein Musiker das Hören lernt, lange noch bevor er Musik richtig schön produziert oder reproduziert, so ist eine Gärtnerin im sehen und beobachten geschult. Und so ist auch meine biografische Landkarte gesäumt mit blühenden Erinnerungen: Wege meiner Kindheit mit duftendem Petergstamm (Primula balbisii), zarten Soldanellen (Soldanella alpina), Enzian aller Art, Edelweiß (ich war viel wandern)….. Reiseerinnerungen wie kilometerlang Oleander an der Strada del Sole, Bougainville, Pittosporum (meterhoch oder gar in Hecken), Jasmin, …..der erste Weihnachtsstern in der Natur und Strelitzien am Wegesrand und viele exotische Unbekannte, gesehen in Uganda (darauf bekam ich das Buch „Trees & Shrubs of East Africa“)……. Palmen, Araukarien und subtropische Pflanzen in Südengland, Irland und Schottland… Wiesen voller Orchideen und entzückende, unendlich viele, blaue Iris unterwegs in Kroatien….

Pittosporum

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