Buchtipp für den Schattengarten

Gartenbücher gibt es wie Sand am Meer. Während ich in meiner gärtnerischen Anfangszeit dauernd einschlägige Bücher bestellte und nicht genug bekommen konnte, so bin ich heute etwas selektiver. Im Spannungsfeld zwischen Autoren, die jeden Grashalm in epischer Breite bestimmen, dokumentieren und beschreiben und den reinen „Schaubüchern“, also jene Bücher, wo die schönen, bunten Bilder im Vordergrund stehen, ist es gar nicht so leicht Literatur zu finden, die beide Aspekte in einem guten Ausmaß vereint und mich daher interessiert.

Eine Neuerscheinungen spricht mich besonders an: das Buch von Kathrin Lugerbauer „Schattenstauden“ – Die dunkle Seite Ihres Gartens, Verlag Ulmer. Dass Lugerbauer eine begeisterte Gärtnerin und Pflanzenliebhaberin erkennt jeder sofort, der ihren Garten besucht. Ich war vor zwei oder drei Jahren einmal im Rahmen der offenen Gartentür zu Besuch. Die Vielfalt der Stauden und einige Raritäten ließen gleich erahnen, dass hier jemand am Gartenwerken ist, der sich auskennt und die Pflanzen liebt.

Umso erfreulicher ist es, jetzt dieses Buch zu lesen, zumal die Literatur über Schattenpflanzen nicht allzu umfangreich ist. Ein wertvolles Gartenbuch, also nicht nur zum Schauen sondern auch zum Lesen. Einige Pflanze musste ich natürlich gleich nachgeschlagen wo sie zu bekommen seien und bei manchen bin ich leider noch nicht fündig geworden. Das Buch ist auch lehrreich, was die Pflege der Beete und Stauden betrifft, und auch die Bilder sind ansprechend. Also absolut empfehlenswert für jemand, der sich mit Garten ganz gut auskennt und trotzdem etwas dazulernen will.

Am 24. und 25. Juni ist wieder Tag der offenen Gartentür, die Gelegenheit werde ich als Linzerin auf jeden Fall nutzen, dem Lugerbauer Garten im oberösterreichischen Micheldorf wieder einen Besuch abzustatten. Darauf freue ich mich schon jetzt.

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Kommt in die Gärten!

Als PR Beraterin kenne ich den Leitsatz „Lass andere über dich Gutes erzählen“ nur zu gut. Als Gärtnerin folge ich ihm aus Überzeugung, wenn es um das prachtvolle Gartenreich Dessau-Wörlitz geht. Heute kam der „Gartenreichbrief“ der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz per Newsletter mit dem Titel: „Es ist Frühling – Kommt in die Gärten!“

Wer dieses Natur- und Kulturjuwel noch nicht kennt, sollte in der Tat diesem Aufruf folgen. Ich kann garantieren, dass sich ein Besuch lohnt. Im Gegenteil, mit einem Mal wird es nicht getan sein. Ihr werdet überrascht und begeistert sein, ob der Vielfalt, Dimensionen und Dichte an historischen Gärten und Bauwerken.

Nun ist für mich als Linzerin die Gegend rund um die Mittelelbe, mit fünf bis sechs Stunden Fahrzeit, ja nicht grad um die Ecke. Trotzdem war ich schon dreimal zu Gast im Dessauer Gartenreich und ich werde wieder kommen, immer wieder. Und jedes Mal etwas Neues entdecken, mich weiterbilden, inspirieren und verzaubern lassen.

Im Gartenreichbrief wird auf einen aktuellen Beitrag im MDR über das Gartenreich Dessau-Wörlitz verwiesen. Am besten ansehen, Lust holen – und folgt dem Rat einer österreichischen Exilgärtnerin: Es ist Frühling – Geht in die Gärten! Besucht Wörlitz!

Gartenreichbrief der KsDW 2_2016

Nah am Wasser gebaut

Zuerst überraschen hübsche rosa Blütendolden auf einem hohen Stil. Danach erst erscheinen die tellergroßen gezähnten Blätter, die sich im Herbst wunderbar färben. Darmera peltata (Schildblatt) mag es gerne feucht. Am besten steht sie am Teichrand, wo sie sich zu ordentlichen Horsten entwickeln kann. Diese Pflanze ist das ganze Jahr hindurch eine Bereicherung im Garten. Übrigens: nah am Wasser gebaut ist sie ganz und gar nicht, denn sie ist völlig pflegeleicht und somit auch für Gartenanfänger bestens geeignet. Einmal etabliert, ist sie eine verlässlich wachsende Pflanze. Wer einen Ableger an eine Gartenfreundin abgeben möchte, sticht einfach ein Stück des Rhizoms ab, dier Vermehrung ist ganz unkompliziert.

Wer noch nicht so geübt ist mit Stauden, der könnte Darmera möglicherweise mit einer jungen Gunnera manicata (Mammutblatt) verwechseln, die allerdings mit ihren riesenhaften Blättern später schon auffällig anders ist. Die Fotos stammen aus einem schottischen Garten, einfach Prachtexemplare, die mich motivierten, einen neuen Pflanzversuch zu starten. So hatte ich (zum zweiten Mal) im Herbst am Ufer eine neue Pflanze gesetzt. Leider ist sie bis jetzt nicht wieder aufgetaucht, damit kann ich sie vermutlich abschreiben auf nimmer wiedersehen. Wieviele Stauden ich schon pflanzte ohne sie im nächsten Jahr wiederzufinden – das ist eine andere Geschichte.

GunneraGunnerablatt

Buchtipp: Dear Friend and Gardener!

Beth Chatto und Christopher Lloyd, zwei legendäre, englische Gartenexperten pflegen in diesem Buch einen unterhaltsamen Briefwechsel über das Leben, das Gärtnern und die Freundschaft. Ein Austausch unter Gartenfreunden, die ein enormes Wissen und Einfühlungsvermögen aufzeigen. Das Buch vermittelt gut die unterschiedlichen Gärten, die jenseits aller Trends und Moden ihren ganz eigenen Charakter haben: Lloyd´s berühmter Garten „Great Dixter“, der heute von seinem langjährigen Gefährten Fergus Garrett geleitet wird und Chatto´s Garten, der sich durch eine unendliche Kenntnis der Pflanzenbedürfnisse und des richtigen Standorts auszeichnet.

Erschienen: Deutsche Verlags-Anstalt, 384 Seiten

Was macht eine Gärtnerin im Winter?

Geschmackvolle Weihnachtsdeko

Holzhacken ist eine Möglichkeit, sicher. Heuer muss zum Beispiel der Apfelbaum weichen. Nur, mein Garten ist ein Stadtgarten mit grade mal ein paar Bäumen und kein Landdomizil mit angeschlossenem Wald. Würde ich also im Winter auch nur jedes Jahr einen Baum fällen, wäre der Garten bald eine leere Wüste. Nein, man verlegt am besten die gärtnerischen Ambitionen nach drinnen, pflanzt Amarillis, liest Bücher, plant bestimmte Gartenecken um oder besucht schöne Gärtnereien und Gartendekorationsgeschäfte. Gerade zur Weihnachtszeit ist der Lederleitner in der alten Börse einfach schön. Einmal beim Hansen rein, durch schnuppern und vorne wieder raus, das muss sich fast immer bei meinen Wienaufenthalten ausgehen.