Alles Gute Baum, alles Gute Victoria!

Heute vor 27 Jahren kam meine ältere Tochter zur Welt. Unvergesslich und schön für meine Familie und mich. Aber auch ein wichtiger Tag in der Geschichte. Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. In den Abendnachrichten brachten sie einen Mann, der über die Mauer kletterte und das Victory-Zeichen deutete. So fasste ich den Entschluss, mein Baby Victoria zu nennen. Hoffnung und Zuversicht nährten meine Gedanken in diesen Tagen. Politik und Gesellschaft waren in Bewegung. Es schien, als würde mein Kind in eine gute Zukunft gehen. Heute ist wieder so ein prägnanter Tag. Allerdings lässt das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in den USA gar nichts Gutes erahnen. Unverständnis, Sorge und ein Gefühl der Ohnmacht bestimmen heute meine Gedanken.

Ich weiß, dass solche Überlegungen in einem Gartenblog eigentlich wenig zu suchen haben. Aber, wenn ich aus dem Fenster blicke, sehe ich einen Fichtenbaum, der genau so alt ist wie meine Tochter Victoria. Ich wollte für unsere ersten Weihnachten nicht einfach einen Baum kaufen um ihn nach ein paar Tagen wieder wegzuwerfen. So zog ich los, besuchte Gärtnereien und suchte einen ganz besonders schönen, lebenden Baum im Topf aus, der nach den Feiertagen in den Garten gepflanzt wurde. Er wächst und gedeiht, wird jedes Jahr schöner und erinnert mich an die Zeit vor 27 Jahren. Ein Vogelhaus, das durchgängig bewohnt ist, und eine Eichkätzchenfamilie beleben die große Fichte. Der Baum ist ein Symbol für meine Familie, meine Tochter und mich und auch ein klein wenig für eine hoffnungsvolle Zukunft. Möge der Baum weiter wachsen, gesund und kräftig bleiben, seine Umgebung gestalten, Heimat und Nahrungsquelle für Tiere sein, Freude bringen und möge er ganz alt werden. Alles Gute Baum, alles Gute Victoria!

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