Frühling am Meer

Kürzlich verbrachte ich einige Tage mit Freunden auf der schönen kroatischen Insel Lošinj. Dank ihrer Lage in der Kvarner Bucht an der Nordadria verfügt die Insel über ein bevorzugtes Mikroklima, das eine üppige Vegetation mit vielen Heilpflanzen und viele andere botanische Schönheiten hervorbringt. Vor Jahren durchquerte ich Kroatien und war damals schon ganz angetan von der schönen Natur im Frühling.

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Ein kurzer Spaziergang entlang der Küste von Veli Lošinj nach Mali Lošinj gestaltete sich als etwas längere Wegstrecke. Das passiert einfach, wenn sich zwei Pflanzennarren auf den Weg machen. Die Freundin über ihren Mann, übrigens der Thujenmörder aus meinem Garten (Eigendefinition) und mich: „Mit euch dauert der Spaziergang glatt dreimal so lang“. Das sind nunmal die Merkmale von Pflanzenfreunden: schauen, entdecken, staunen, besprechen und fotografieren – und das kann dauern.

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In Massen stehen entzückende pinkfarbene Cyclamen, eine meiner Lieblingspflanzen. In meinem Garten gehören zu den ersten Frühlingsboten, gefolgt von einer Spezies, die im Herbst blüht. In Lošinj sind Cyclamen fast überall zu finden, im Wald  und sogar aus den steinigen Ritzen blitzen sie zahlreich hervor.

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Ein Ausflug auf den höchsten Berg der Insel, den Televrina (588m) am Osorscica Gebirgszug, gestaltete sich als olfaktorisches Highlight. Der Lorbeer blüht und riecht daher eigenwillig krautig und die Baumheide verwöhnt die Nase zur Zeit mit weißen, nach Vanille duftenden Blüten. Weiße Zistrosen und unglaublich viel Salbei, der allerdings noch nicht blühte, zierten den Weg.

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In den Orten Veli und Mali: Wisterien in blau und weiß sowie Cercis Siliquastrum (Judasbaum) allerorts….

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und viele andere Entdeckungen. Frühling in Kroatien ist immer ein Erlebnis.

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Das österliche Henne-Ei Prinzip

Die Ostereier sind natürlich selbst gefärbt, fast möchte ich sagen, selbst gelegt, jedenfalls von Hühnern die rundum betütelt werden und mittlerweile genauso Haustiere sind wie Hund und Katz. Aber fangen wir von vorne an.

Als vor einigen Jahren zu Ostern die ersten Hühner in den Garten meiner Freundin einzogen, war mir schon klar, dass dies der Anfang einer langen innigen Beziehung sein würde. Keiner verwöhnt seine Viecher so sehr wie sie. Aber gut so, da sie seither als Lohn und Dank ganz brav immerhin zwei Haushalte versorgen.

Dabei gab es im März einen zwischenzeitlichen Produktionsstau. Für eine Pause hätte jede treu sorgende Hühnerbesitzerin ja auch vollstes Verständnis. Jedenfalls waren plötzlich die Eier nicht mehr im Nistkasten zu finden und die vorgezogene Ostereiersuche im Garten blieb ergebnislos. Die Frage „wäre ich ein Huhn, wo würde ich meine Eier hinlegen“, kann sich verständlicherweise nur eine erfahrene und einfühlsame Hühnermama stellen, brachte aber ein befriedendes Ergebnis. Ein Blick in den Kompostbehälter zeigte, dass dort die Eier gehortet waren, zwanzig Stück lagen schon sorgsam auf Vorrat. In gedeihlicher Symbiose gleich neben dem dicken Igel, dem die Nahrung geradezu auf den Kopf gelegt wurde.

So wurden für Ostern die wertvollen Bioeier aus Eigenproduktion mit Gräsern und Blättern aus dem Garten verziert, in Strümpfe gepackt, im Zwiebelschalensud hart gekocht (seit Wochen sammle ich die braunen Schalen) und voilá – heute zieren sie den Ostertisch. Außerdem, mehr Bio geht nicht, Huhn-Ei-Gräser-Zwiebel, das nenne ich echte Nachhaltigkeit. Frohe Ostern allseits!

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Spalierobst statt Thujenhecke

Fängst du an einer Ecke an, kommt gleich die nächste dran. Also – viel Aus- und Eingegraben wurde in den vergangenen Tagen. Die größte Errungenschaft ist statt der grauslichen Thujenhecke, die jedes Jahr beim Schneiden allergische Reize auslöste, eine wunderschöne Spalierobsthecke. Naja, ich weiß, das ist natürlich etwas übertrieben, immerhin sind es noch kleine, kahle Bäumchen, aber was noch nicht ist wird sicher bald.

Das heißt, erst wurde die Thujenhecke gekappt um Luft und Sonne für die kleinen Obstbäumchen zu schaffen. Zwei kahle Thujenstämme blieben gleich als Haltevorrichtung für die Spanndrähte stehen. Alleine die Suche nach geeigneten Obstsorten und Baumformen war das reinste Vergnügen. Fündig wurde ich in einer Baumschule im Waldviertel, ca. 1 Stunde von Linz entfernt. Die Sortenauswahl war nicht sehr groß, ich bin im April auch reichlich spät dran, die Bäumchen sind jedoch sehr schön auf zwei Etagen vorgeformt. Zumindest die zwei Apfelbäume, der Sorte „Prinz Albrecht von Preußen“ und „Gravensteiner“ und die Birne „Klapps Liebling“. Sie wird hoffentlich eine befruchtende Freundschaft mit der vorhandenen „roten Williams Birne“ eingehen. Die Marille hingegen muss erst gezogen werden, die Sorte „Ananasmarille“ mit dem Geschmackshinweis „melonenhaft“ reizte mich einfach.

Meine Nachbarn sind auch ganz glücklich, nun keine unansehnliche Hecke mehr vor den Augen zu haben und so beschlossen sie als Pendant auch Spalierobst auf ihrer Grundstücksgrenze zu setzen. Welch ein Gewinn für alle!

Neu eigezogen ist eine schwarze Ribisel, eine Ergänzung zu den roten Sorten. Und die Himbeeren wurden um eine goldene Variante und eine Herbstsorte ergänzt und zudem gemeinsam an einen sonnigen Platz vor eine Mauer verpflanzt. Nun muss ich nur noch die Katze überzeugen, dass sie ihr Örtchen an einen anderen Platz im Garten verlegt.

Außerdem konnte ich wieder einmal nicht widerstehen – drei neue Rhododendren leisten nun den vorhandenen Sträuchern Gesellschaft. Digitalis, Phlomis, Penisetum und zahlreiche andere Stauden sind hinzugekommen. Der tägliche Streifzug durch den Garten gleicht nun einem Freudentanz. Hier eine Neuentdeckung, dort alte Bekannte und viele hübsche Knospen. Ist es nicht herrlich im Garten, dabei hat die Saison doch erst angefangen! Ich kürzlich zu meiner Tochter: Ich weiß nicht, heuer bin ich ganz verrückt nach dem Garten. Sie: Mama, das ist nicht mehr als sonst. Und sie hat recht.