Die Osterglocken läuten

Was für ein Blütenklang! Große, kleine, rein gelbe, gelb-weiße, einfach blühende und gefüllte Narzissen leuchten aus allen Ecken des Gartens. Das erfreuliche daran ist, dass sie jedes Jahr so verlässlich wieder erscheinen, ganz anders als die Tulpen, die meist schwächer werden, so sie überhaupt ein zweites Mal blühen.

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Gelb ist ja sonst nicht die begehrteste Farbe einer Gärtnerin, weil sie oft zu aufdringlich ist und sich nur schwer in andere Farbkompositionen eingliedern lässt. Zeitig im Frühjahr allerdings mag ich gelb, dieses aufdringliche, satte und leuchtende gelb. Soll er doch kommen der Frühling, am besten mit Pauken und Trompeten!

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Am liebsten hätte ich die ganze Wiese voll mit den weißen, duftenden Dichternarzissen, wie sie an bestimmten Plätzen in meinem Heimatbundesland Oberösterreich so zahlreich zu finden sind. Alle Bemühungen die echte Narzisse in meinem Garten anzusiedeln, scheiterten allerdings an den falschen Bodenbedingungen. So muss ich ausweichen und freue mich jedes Mal, wenn ich zur rechten Blütezeit in die Mollner Gegend komme. Dort kenne ich Wiesen, die über und über voll mit Narzissen sind. Ein Duft liegt dann in der Luft, der einem fast den Atem raubt. Das dauert allerdings noch ein wenig, denn erst gegen Ende Mai entfaltet sich dort die ganze Blütenpracht auf den feuchten Wiesen.

Frohe Ostern!

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Oben Winter unten Frühling

Jetzt kann man sich noch aussuchen, was einem lieber ist: Winter oder Frühling. Gehst du ungefähr auf tausend Höhenmeter bist du noch immer mitten im Schnee. Gute 30 cm Schneedecke hatte ich am Wochenende auf der Gowilalm am Fuße des kleinen Pyhrgas. Auf der geschlossenen Hütte eine kurze Jause und viele wärmende Sonnenstrahlen – einfach herrlich. Ich will gar nicht mehr nach Hause. Obwohl, zu Hause wartet der Frühling, auch verlockend. Und praktisch so mittendrin gibt´s die letzten Schneerosen oder auch Christrosen, wie ein Bekannter aus Deutschland sagen würde. Ich kann mich gut erinnern, als er mich einmal bei einer Wanderung in den oberösterreichischen Bergen begleitete und seine Freude unendlich groß war über die Fülle an Blüten, die hier allen Orts an den Waldrändern und auch in den Wäldern zu finden ist.

In den Niederungen und im Garten zu Hause ist der Frühling eingekehrt. Frühlingsblumen wie Narzissen, große und kleine, Blausternchen, Primel, Leberblümchen und viele andere Blüten treiben es bunt. Teilweise zeichnet sich auch schon ab, welche Pflanzen in den Rabatten überlebt haben. Ich bin sicher, einige Neupflanzungen aus dem Vorjahr haben sich wieder einmal auf Nimmerwiedersehen verabschiedet. Und wahrscheinlich sind wieder einige Überraschungen dabei. Denn an alles frisch Gepflanzte aus dem Vorjahr kann ich mich manchmal gar nicht erinnern. Ist doch schön! Eine rezente Erfolgsmeldung: Meine Salatpflänzchen im Hochbeet haben den Schneefall vor ein paar Tagen überlebt, dank der schützenden Glasplatte.

Auf Jagd im Bärlauchwald

Manche behaupten ja, dass die Besitzer ihren Hunden mit der Zeit immer ähnlicher werden. Beim gestrigen Waldlauf kam es mir auch so vor, als würde ich eine Eigenschaft von Hündin Mara schon verinnerlicht haben. Nach ungefähr einer Dreiviertelstunde den Damm und dann die Traun entlang, quere ich einen Wald und den Bachlauf. Plötzlich, noch immer im vollen Lauf, hebe ich meine Nase in den Wind und wittere frischen Bärlauch, noch bevor ich ihn sehe. Knoblauchduft liegt in der Luft, und wie! Schön, dass mein Geruchssinn fast so gut wie jener meines vierbeinigen Laufcoaches funktioniert, nur bin ich auf gärtnerische Düfte konditioniert.

An der feuchten Stelle wuchert der Bärlauch schon. Obwohl noch immer nicht alle Blätter ganz ausgetrieben sind, komme ich vom Boden gar nicht mehr hoch. Ein kleines Büschchen neben dem anderen verlocken zum Pflücken und so bekomme ich doch in kurzer Zeit eine ordentliche Menge zusammen. Ausgekühlt und hungrig, weil noch ohne Frühstück im Magen, laufe ich zum Auto zurück.

Der Bärlauch wird zuerst einmal zu Pesto verarbeitet. Das wiederum kann später mit nackten Nudeln aller Art gegessen werden, aber auch in der Tomatensauce, im Salatdressing, oder als Pestoreis schmeckt es köstlich. Ein paar frische Blätter hebe ich auf, für Bärlauchnockerl und den vielen anderen Rezepten, die es schon gibt oder erst von mir erfunden werden.

Zutaten für ein gutes Bärlauchpesto sind: 100 Gramm Bärlauch (waschen und grob schneiden), 100 ml Olivenöl, 70g Parmesan (etwas zerkleinern), 30g (kurz angeröstete) Pinienkerne, Saft einer halben Zitrone, Pfeffer und Salz. Alles einfach mit dem Stabmixer zu einer homogenen Masse zerkleinern. In kleine Gläser füllen und zum Abschluss noch einen Schuss Olivenöl oben drauf, Deckel zu, fertig. Ich persönlich mache die ganze Menge gleich mal 3, das entspricht dann einem Säckchen Pinienkerne, einer Packung Parmesan usw. Noch ein Tipp: die Pinienkerne können genauso gut durch Wahlnüsse ersetzt werden, genauso der Parmesan durch Pecorino oder einen anderen geschmackvollen Hartkäse. Einfach experimentieren nach Lust und Laune.

 

Frühling auf Raten

Während ich am Wochenende noch eine Skitour im Sölktal machte, ist hier in Linz der Frühling längst angekommen. Jeden Tag erfreue mich, beim Blick aus dem Fenster mit einer Tasse Kaffee in der Hand, an den kecken kleinen Iris in einem ganz betörenden Blau. Tag für Tag verändert sich nun der Garten. Die Schneeglöckchen sind fast verblüht, die Frühlingsknotenblumen hingegen verlängern die hübschen weißen Blütenteppiche noch ein wenig. Schon blitzen Narzissen und Tulpen aus der Erde.

Am Teich warte ich jeden Tag auf neues Leben. Bald werden die Kröten zu Besuch kommen. Unlängst fuhr ich durch das Helenental, an einer bestimmten Stelle wird jedes Jahr zum Schutz vor dem Straßenverkehr ein Krötenzaun aufgestellt. Also wird es bei mir auch bald so weit sein, nur dass meine Kröten sich weitgehend gefahrlos im Garten bewegen können. Manchmal sogar bis auf die Terrasse oder gar bis zum Sofa, wenn die Tür in den Wintergarten offen steht.

Auch die Sträucher und Bäume stehen in den Startlöchern. Bald blühen die ersten Sträucher und Bäume, die Blattspitzen sind satt grün und auch die Rosen zeigen kräftige Austriebe. Anfang Februar war ich in Freiburg im Breisgau. Ich traute meinen Augen nicht, als ich dort eine blühende Sternmagnolie entdeckte und auch sonst die Natur um Wochen voraus war. Ein Foto von der Magnolie zu machen verhinderte meine Freundin, die mich anhielt lieber auf den Verkehr zu achten als zu knipsen, immerhin saß ich am Steuer. Später erfuhr ich, dass die Ecke eine der wärmsten in Deutschland ist. Wen wundert´s also.