Buntes Blattgrün

Panaschierte Blätter bringen Farbe in den Garten. Grünschattierungen von weiß, creme, gelblich, zartes bis dunkles grün – die Nuancen der grünen Farbpalette kommt bei diesen Blättern besonders hübsch zum Ausdruck. In habe einige dieser Pflanzen in meinem Garten, Stauden wie Sträucher. Ich finde, sie sind geradezu „Gutelaunepflanzen“, so als würden sie dir einen Stups geben um dir zu sagen „Hey, ist heut´nicht ein schöner Tag“?

Eine meiner ersten buntgrünen Stauden war das Polygonatum (Solomonsiegel), ein Eigenimport aus England. Ich erinnere mich gut, wie ich diese, neben einigen anderen, Pflanzen als Handgepäck am Flughafen Heathrow auf das Laufband legte und mit wohlwollenden Lächeln beobachtete, wie sorgsam die Security damit umging. Verständnis und Zuneigung für Pflanzen muss wohl in der DNA der Briten angelegt sein.

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Besonders hübsch finde ich auch den Ziersalbei mit seinen Samtblättern, der im Rosenbeet wunderbar gedeiht.  Die zartblauen Blüten gesellen sich gut zu dem aprikot, im Verblühen rosa getönten Rosenblüten.  In mehreren Gartenecken und sogar im Topf wächst Hakonechloa macra Aureola, das Japan-Goldbandgras. Am Teich harmoniert es derzeit gut mit den gelben Iris, Alchemilla mollis (Frauenmantel) und der zarten gelben und duftenden Hemerocallis (Taglilie).

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Ein Neuerwerb und mein derzeitiger Liebling ist ein Cornus Florida, der mich mit seinen hübschen weißen, an den Spitzen rotauslaufenden Blüten gefangen hat. Mir war gar nicht bewusst, dass die Blätter creme-grün panaschiert sind. Sie sind natürlich very Welcome. Das Bäumchen sitzt auf der anderen Seite der Steintreppe, gegenüber des Cornus kousa, der heuer übrigens keine einzige Blüte zeigte, erstaunlich nach dem Blütenrausch im Vorjahr. Ich bin sicher, dass sie beide gut ergänzen werden.

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Hosta in allen Variationen, ich greife nur eine Sorte heraus, die einfach umwerfend ist: Hosta war Paint. Von Jahr zu Jahr legt sie an Drama zu. Das erinnert ich auch an eine Situation auf der Chelsea Flower Show vor vielen Jahren. Damals waren Hosta noch nicht so groß in Mode wie heute. Ein Verkäufer, umringt von einer Schar Damen, pries seine Ware dermaßen leidenschaftlich und wiederholt mit den Worten „what a Drama“ an. Einfach köstlich.

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Der bunte Ilex (Stechpalme) hat schon einige Jahre auf dem Geäst. Zuerst ging er eher in die Breite, nun setzt er an Höhe zu und hat sich zu einem mächtigen Strauch entwickelt. Die Äste sind eine wertvolle Zutat beim Adventkranzbinden und Indoor-Deko im sparsamen Winter.

Vor dem Haus im Tontopf steht zur Begrüßung ein Acer mit kleinen, zart ziselierten Blättern, auch so ein Gutelaune-Strauch, der nicht nur mir, sondern auch den Gästen des Hauses ein Lächeln ins Gesicht zaubern soll – ich bin sicher, dass es ihm oft gelingt.

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Buchtipp für den Schattengarten

Gartenbücher gibt es wie Sand am Meer. Während ich in meiner gärtnerischen Anfangszeit dauernd einschlägige Bücher bestellte und nicht genug bekommen konnte, so bin ich heute etwas selektiver. Im Spannungsfeld zwischen Autoren, die jeden Grashalm in epischer Breite bestimmen, dokumentieren und beschreiben und den reinen „Schaubüchern“, also jene Bücher, wo die schönen, bunten Bilder im Vordergrund stehen, ist es gar nicht so leicht Literatur zu finden, die beide Aspekte in einem guten Ausmaß vereint und mich daher interessiert.

Eine Neuerscheinungen spricht mich besonders an: das Buch von Kathrin Lugerbauer „Schattenstauden“ – Die dunkle Seite Ihres Gartens, Verlag Ulmer. Dass Lugerbauer eine begeisterte Gärtnerin und Pflanzenliebhaberin erkennt jeder sofort, der ihren Garten besucht. Ich war vor zwei oder drei Jahren einmal im Rahmen der offenen Gartentür zu Besuch. Die Vielfalt der Stauden und einige Raritäten ließen gleich erahnen, dass hier jemand am Gartenwerken ist, der sich auskennt und die Pflanzen liebt.

Umso erfreulicher ist es, jetzt dieses Buch zu lesen, zumal die Literatur über Schattenpflanzen nicht allzu umfangreich ist. Ein wertvolles Gartenbuch, also nicht nur zum Schauen sondern auch zum Lesen. Einige Pflanze musste ich natürlich gleich nachgeschlagen wo sie zu bekommen seien und bei manchen bin ich leider noch nicht fündig geworden. Das Buch ist auch lehrreich, was die Pflege der Beete und Stauden betrifft, und auch die Bilder sind ansprechend. Also absolut empfehlenswert für jemand, der sich mit Garten ganz gut auskennt und trotzdem etwas dazulernen will.

Am 24. und 25. Juni ist wieder Tag der offenen Gartentür, die Gelegenheit werde ich als Linzerin auf jeden Fall nutzen, dem Lugerbauer Garten im oberösterreichischen Micheldorf wieder einen Besuch abzustatten. Darauf freue ich mich schon jetzt.