Verrückter Kirschenbaum

Am Weg zum Linzer Bahnhof, in Gedanken schon bei meiner Tochter,  staunte ich nicht schlecht, als ich diesen kleinen Kirschenbaum in dem Park vor dem Bahnhof entdeckte.  Eine Zierkirsche, die sich in der Jahreszeit geirrt hatte, oder vielmehr in die Irre geleitet wurde. Einige Pflanzen scheinen heuer eine fünfte Jahreszeit ausgerufen zu haben: den spätherbstlichen Frühling oder den vorweihnachtlichen Frühling, wie wäre es mit zwischenherbstwinterlichen Frühling? Unter der Davidia habe ich vor zwei Jahren ganz beiläufig einige Primelstöckerl eingraben, eine sehr hübsche Sorte, die ich damals bei meiner Lieblingsgärtnerei Sandner in St. Florian gekauft hatte. Mit blassgelben, gefüllten Blüten, auf einem etwas längeren Stiel als üblich. Beim Laubrechen blitzten nun frisch wie im Frühling viele Blüten hervor. Und meine Schwester hat meiner Mutter beim letzten Besuch vor rund 2 Wochen einen Strauß Ranunkel mitgebracht, aus ihrem Garten wohlgemerkt. Solch eine Überschätzung der Kälteresistenz kenne ich normalerweise nur von meinem weißen Flieder vorm Haus. Der spinnt sich nahezu jedes Jahr aus, wenn er spät in der Jahreszeit meint, mit seinen kurzen, etwas verstümmelten Blütenansätzen auftrumpfen zu können. Gut gemeint, aber im November ein sinnloses Unterfangen. Und trotzdem blüht er verlässlich jedes Frühjahr wieder, ein Flieder eben, nicht umzubringen.

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