Kontemplatives Laubrechen

Nein, das ist kein erster Schnee an der Sonnleithen. Die weiße Schicht auf all meinen Komposthaufen ist schlichter Kalk, damit das Laub und das Grünzeug besser verrottet, auf dass im nächsten Jahr schwarzes Gold daraus werde. Heute habe ich die Laubrecharbeiten im Garten abgeschlossen. Stunden gehen da drauf, manche würden sicherlich meinen „welch eine Arbeit“ und verbinden damit harte und mühsame, vielleicht sogar unlustige Arbeit. Für mich fällt Laubrechen in die gleiche Kategorie wie kontemplatives Autofahren. Man stellt sich auf eine längere Zeit der gleichen Tätigkeit ein. Langweilig finde ich das nicht, ganz im Gegenteil. Ich behaupte mal, beim Rechen bewege ich mich, kann wunderbar nachdenken und ruhe dabei kreativ in mir selbst. Also da fallen mir wirklich unangenehmere Arbeitssituationen ein als Laubrechen. Und wenn dann alles so sauber und aufgeräumt ist, praktisch fertig für heuer und schon startklar für das kommende Jahr, ja dann lacht sogar mein Gärtnerherz. Der Aufbereitung von Kompost sollte eine Gärtnerin viel Zeit widmen. Ich habe heuer meine Kompostecke gänzlich umgestaltet. Nur noch zwei dieser Metallkörbe sind übrig, aber auch die kommen nächstes Jahr weg, der Plastikcontainer ist wieder abgebaut. Stattdessen habe ich aus den grünen Weichteile und den Biomüll eine große Reihe geformt und eben mit Laub abgedeckt. Die harten Abfälle wie Äste von Sträuchern und Bäumen sind zu hübschen Haufen gestapelt. Hoffentlich haben sich die Igel schon eingenistet, ist mir lieber so, als das Stinketier Indoor zu überwintern. Nie wieder, das war echt ein Liebesdienst an dem kleinen Vieh und an meiner Tochter, die voriges Jahr ein Zwutschgerl nach Hause brachte. In meiner Verzweiflung habe ich das Igelbaby in das Tierheim gebracht, ich hatte Angst, dass er unter meiner Pflege nicht überleben würde, er war einfach zu klein und schwach, sodass ich ihn dort ließ. Zum Austausch nahm ich einen etwas größeren mit nach Hause, den ich bis zum Frühjahr versorgte, anfänglich fraß und stank er, dann schlief er nur noch und stank trotzdem. Plötzlich, ich glaube mich zu erinnern es war März, ich stupste ihn schon regelmäßig vor Sorge er würde nicht mehr leben, plötzlich also war er weg. Ich hatte vergessen, das Türchen des Hasenkäfigs zu schließen und just in der Nacht war er erwacht und hatte sich auf in die Freiheit begeben.

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