Rund um den Gosaukamm

Der Gosaukamm ist ein bekannter Gebirgsstock im Dachsteinmassiv und die Umrundung desselben ist ein Klassiker unter den Bergtouren. Nähert man sich dem Ort Gosau, erkennt man schon von Weitem den markanten Kamm. Gosau ist ein Ort mit schönen, traditionellen Holzhäusern, touristisch durchaus attraktiv und zum Glück bis heute von übertriebenen Hotelburgen und sonstigem ländlichen Kitsch weitgehend verschont geblieben. Am schönsten ist allerdings der Talschluss mit dem malerischen Gosausee, der Ausgangspunkt meiner Wanderung. Im grünen Gebirgssee spiegelt sich wunderschön der Dachstein und wir fragen uns, wie lange wohl die Gletscher dieses berühmte Bild noch prägen werden. Hier am Gosausee startet auch unsere Zweittages-Tour rund um den Gosaukamm. Wir meiden die Gondel zur Gablonzerhütte und starten zu Fuß durch den Wald hoch.

2016-08-03 11.10.13

Schon als wir uns der Bergstation nähern, kommen uns Touristen entgegen, die die Aussicht kurz genießen und deren Radius nicht allzu weit reicht, daher sind wir schon bald wieder unter uns. Der viele Regen macht den Weg streckenweise zu einer unangenehmen Rutschpartie, aber südseitig wird es bald besser und wir gewinnen einen ersten Blick auf die prominente Bischofsmütze. Vor einigen Jahren brach ein großer Teil des Felsens ab, die Geröllmassen erforderten die Verlegung eines kurzen Streckenabschnitts, der jetzt etwas steil über eine Kuppe führt.

Am Nachmittag erreichen wir über eine großzügige Weide die gemütliche Loseggalm, wo wir übernachten. Hier werden Butter, Topfen und acht verschiedene Käsesorten in einer unübertroffenen Qualität produziert. Wie ich lerne, ist dieser Umstand der besonders fettreichen Milch der Jerseykühe zu verdanken, die natürlich den ganzen Sommer über dort leben und die saftigen Wiesen genießen. Die himmlisch cremige Topfentorte bleibt auf ewig unvergessen und alleine dafür werde ich bald wiederkehren.

Der Blick auf die zahlreichen Zacken des Gosaukamms ist von hier aus besonders imposant. Auch das Tennengebirge und dahinter der Hochkönig sind schön sichtbar. Bei einem Abendspaziergang zur Mahdlalm genießen wir ein kühles Bier und die Aussicht auf die hohen und niederen Tauern. Zurück auf der Loseggalm genießen wir die untergehende Sonne, die alle Bergspitzen in ein Abendlicht taucht, das jede Ritze und Felsspalte klar modelliert.

Morgens geht’s weiter über die große und nicht sonderlich attraktive Hofpürgelhütte. Hier nehmen größere Gruppen gerne Quartier, besonders für Kletterer ist diese Gegend als Trainingsgebiet ein Eldorado. Wir halten uns nicht lange auf und folgen dem steilen Pfad auf den Steigelpass. Der Blick reicht weit bis zur Adamekhütte am Dachstein. Der Weg dorthin würde allerdings über fünf Stunden dauern und ist auch nicht unser Ziel. Wir erreichen nun den Pass und sehen wieder die Geröllmassen vom Felssturz, dieses Mal schon von der anderen Seite der Bischofmütze.

Ab jetzt geht´s nur noch bergab, allerdings noch immer ein ziemlich weites Stück. Auf dieser Seite zeigt sich der Gosaukamm noch wilder, die Zacken scheinen näher und der Weg führt durch felsiges Gelände. Ab und zu sind Dolinen zu sehen, in denen sich sogar noch Schneereste finden. Das letzte Wegstück führt uns durch den Wald – mit einige botanischen Entdeckungen – hinab zum Gosausee, dem Anfangs- und Endpunkt unserer Gosaukammumrundung.

 

 

 

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