Jetzt wird’s exotisch

Mein Neuerwerb für den Wintergarten: eine Bananenpflanze

Kürzlich war ich wieder einmal in meiner Lieblingsgärtnerei, ich mag’s schon gar nicht mehr erwähnen, aber es zieht mich halt immer wieder „zum Sandner„, eh „nur schauen“…..

Naja, ein wenig Trost und grüne Ersatzhandlungen in der kalten Jahreszeit braucht doch jede Pflanzenliebhaberin, habe ich recht? Erst hantle ich mich mit späten Arbeiten im Garten und auf der Terrasse bis zum letzten Abdruck in den Winter hinüber oder rüste bereits für das Frühjahr hoch. Dann kommen drinnen im Haus diverse Weihnachtssterne, blühende Zweige, später Amaryllis & Co, bis im Februar der vorzeitige Frühling im Haus einzieht mit Tulpen und Narzissen im Topf.

Heuer hat’s mich im Winter mit den Exoten gepackt. Die Bananenstauden in der Gärtnerei sind einige Meter hoch und bepackt mit prallen Früchten. Dieser Verlockung konnte ich nicht widerstehen, jedoch habe ich mich, mit einem schonenden Blick auf die Geldbörse, für eine Jungpflanze entschieden. Die Banane steht seit ein paar Wochen in meinem warmen Wintergarten und sie wächst wie verrückt (sie frisst und sauft), sodass ich zuversichtlich bin, dass sie in einigen Jahren zu einer stattlichen Staude heranwachsen wird. Besonders attraktiv finde ich die marmorierten Blätter und die Textur der Stämme, die ich einfach gerne angreife, weil sie sich irgendwie „gummig“ anfühlen.

Die Textur des Stammes fühlt sich ganz besonders an.
Bananenblätter im Austrieb

Auch der Avocadoableger treibt ordentlich durch. Bis er meinem alten Avocadobaum ebenbürtig gegenüber treten kann, werden jedoch noch viele Jahre vergehen. Aber auch dieser Pflanzenart scheinen die Standortbedingungen gut zu tun. Allerdings ist es völlig illusorisch jemals Früchte ernten zu können. Der Baum ist dennoch schön anzusehen und auf dem Sofa unter dem Avocadobaum zu sitzen, verleiht auch ein wenig exotisches Flair.

Der Avocadozwerg
Exotisches Feeling unter dem Avocadobaum

Nicht so gut scheint es meiner Plumeria, begann auch als Frangipani, zu gehen. In der Gärtnerei (eine andere als die oben genannte) gab es bereits blühende Exemplare und solche mit erkennbaren Blütenansatz. Ich hatte mich für letztere entschieden. Anfänglich sah es gut aus, nun steckt die Pflanze in der Krise. Sie kränkelt, Blätter fallen und ich hoffen noch immer, dass sie mir wenigsten eine Blüte schenkt. Ich würde zu gerne, nur einmal, daran schnüffeln! Auf einigen meiner Reisen, z.B. in Äthiopien konnte ich sie am Naturstandort bestaunen, ganz wunderbar. Mein gärtnerisches Mantra in dem Fall: Geduld, Geduld, Geduld.

Plumeria, Frangipani – lange ersehnt und nun mein Gast, hoffentlich nicht vorübergehend
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Weihnachtsstern ade!

Die ersten Christbäume liegen abholbereit vor den Häusern, vertrocknete Adventkränze sind längst zerlegt, Weihnachtssterne landen am Kompost. Ein tristes Ende für die temporär so wichtige Pflanzendekoration. Dabei muss ich an die schönen Weihnachtssterne an ihren Naturstandorten denken. Das erste Mal gesehen habe ich sie in Ruanda. Auf einmal leuchtete aus der Ferne ein roter, meterhoher Weihnachtsstern aus einer Hecke heraus. Ein ungewöhnlicher Anblick für mich, der später völlig normal wurde. Denn immer wieder entdeckte ich die Pflanze auf anderen Reisen, zuletzt in Äthiopien.

In meinem Haus scheidet der Winter nicht langsam, der Frühling zieht bei mir abrupt ein. Weihnachtsbaum hatte ich keinen, der Adventkranz mit Zutaten aus dem eigenen Garten ist verbrannt bzw. der Eisenkranz für nächstes Jahr verstaut und die Weihnachtssterne sahen zuletzt aus wie räudige Hunde, nur noch hier und da vereinzelte Blätter. Dafür blühen die Magnolien und Kirschzweige in drei Varianten. Bei meiner umfangreichen „Ich lichte den Garten aus-Aktion“ gegen Jahresende, fielen zahlreiche Blütenzweige ab, die sich in der Vase gut machen und nun den Winter zumindest drinnen austreiben.

Auch der Avocadobaum, der sich nur langsam erholt, blüht wie jedes Jahr um diese Zeit. Damit die Blüten nicht zu viel Kraft kosten, zwicke ich die unteren Knospen mit den Fingern ab. Früchte reifen ohnedies nie aus und ich hoffe, dass der Baum bei sorgsamer Pflege und Zuwendung so zu neuer Hochform kommt.

Eine lächerlich kleine Avocadopflanze steht seit Herbst neben dem großen Baum. Ich habe sie beim Aufräumen im Hochbeet entdeckt und in einen Topf gepflanzt. Naja, vielleicht hilft ja die gegenseitige Gesellschaft, obwohl sie mir eher als Hohn für den großen Baum und entmutigend für die Minipflanze erscheint. Abwarten! Ich dachte daran,  für beide als Vorbild den schönsten aller Avocadobäume anzubringen, den ich in Kigali (Ruanda) gesehen habe. Uralt, unvergesslich, Ehrfurcht – grad dass ich nicht niederkniete vor diesem Prachtexemplar.

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Grüne Fahrt

Eigentlich wollte ich heute über all die Pflanzenschätze schreiben, die ich gestern bei meiner Wanderung gesehen habe. Der botanische Höhepunkt war eine Türkenbundlilie am Wegesrand. Natürlich habe ich sie fotografiert,  nur komme ich heute drauf, dass das Foto ziemlich verwackelt ist. Das brachte mich dazu, wieder einmal alle Fotos am I-Phone durchzusehen und sie entweder ordentlich zu speichern oder zu löschen. Was sich da so alles ansammelt. Wobei ein klarer Trend bei meinen Fotopräferenzen abzulesen ist. Die Reihung ohne Wertung: Berge und Wanderungen, Pflanzen und Bäume, Hund. Den Rest fasse ich als Reisemotive oder einfach unterwegs zusammen.

Wenn ich mir die Gartenmotive aus dem Frühjahr ansehe, wird mir erst bewusst wie leer der Garten im zeitigen Frühjahr ist. Man kann es kaum erwarten, dass alles zu wachsen und blühen beginnt. Das ist die gefährlichste Zeit für Gärtnerinnen. Ein Besuch in der Gärtnerei oder Online endet immer desaströs für´s Geldbörsl. Oder für den Hund im Auto, der dann mitten im Gebüsch sitzt und vor lauter Grün nicht mehr aussieht. Wenn ich´s mir so recht überlege, tritt dieser Zustand mehrmals im Jahr ein.

Ich erinnere mich daran, als der Avocadobaum einzog. Heute ist er viele Meter hoch und meine liebste Pflanze im Wohnzimmer. Als ich ihn vor vielen Jahren kaufte, passte er noch ins Auto. Erst wollte ich ihn gar nicht kaufen, aber dann hat mich meine Begleitung überredet. Dafür bin ich heute noch dankbar. Denn der Avocadobaum und ich, wir haben eine ganz besondere Beziehung. Bin ich einige Tage nicht zu Hause, so habe ich das Gefühl, dass er schmollt und er erst dann wieder versöhnt ist, wenn ich mich um ihn kümmere und ihm Aufmerksamkeit schenke.

Eine Rückfahrt von Lederleitner in Atzenbrugg habe ich sogar – jetzt kann ich es ja sagen – ziemlich kriminell in Erinnerung. Vollgestopft mit Topfpflanzen, hinten und vorne, dazwischen (am Rücksitz) meine Freundin, die mir in diesen Belangen keine Unterstützung ist, weil sie, ähnlich wie ich, vom Pflanzenvirus befallen ist. Unter der Beute befand sich ein alter Rebstock, den sie neben den Pavillon pflanzte. Leider wollte er nicht wachsen und irgendwann galt er als verloren. Heuer steckte sie ihn als Deko an anderer Stelle in die Erde. Siehe da, er trieb aus und entwickelt sich prächtig. Unglaublich, dass so lange Zeit und ganz im Verborgenen so viel Leben stecken kann.