Musiker der Gärten

„Ihr müsst der Musik eine Richtung geben“ – diesen Satz habe ich mir aus einem gestrigen Chorseminar mit Erwin Ortner (Leiter des Schönbergchores) mitgenommen. Gemeint ist damit, dass ein Sänger eine Passage aufbauen, quasi inszenieren und genau wissen muss, wo Spannung und Entspannung entstehen soll. Wo ist der Höhepunkt, auf den es hinzuarbeiten gilt. Wer dieses Prinzip versteht und es umzusetzen vermag, der nähert sich dem Begriff des Musizierens.

Heute saß ich im Garten und las das Buch „Ein Glücksritter – Die englischen Jahre von Fürst Pückler-Muskau“ von Peter James Bowman (Verlag: Die Andere Bibliothek). Pückler erfüllte sich in Bad Muskau einen Lebenstraum: ab 1815 errichtete er an der Neiße einen Landschaftspark nach englischen Vorbild, der mich unglaublich berührt. Ein ähnliches Gefühl hatte ich, als ich das erste Mal das Gartenreich in Wörlitz besuchte und bald darauf die Pückler Landschaftsgärten in Branitz und eben Bad Muskau. Mit sehr viel Gespür, Können, klugen Praktiken und einer gehörigen Portion Großzügigkeit entstanden diese einzigartigen Parks. Du spürst, dass nur dann so ein großartiges Gartenkunstwerk entstehen kann, wenn sich einzelne Komponenten zu etwas Höherem vereinen und die Natur zu fließen beginnt. Und so meine ich, wer es schafft, seinem Garten eine Richtung zu geben, wie Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf in Wörlitz und Fürst Pückler es in seinen Gärten vermochten, der ist für mich ein Musiker der Natur, ein wahrer Gartenkünstler.

Die beiden UNESCO Weltkulturerbe-Parks Wörlitz und Bad Muskau werden bei meiner Reise zu Pfingsten besucht: 22. – 26. Mai. Restplätze auf Anfrage. http://www.jetway.at/

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Der grüne Fürst Pückler: Autor und Landschaftsgärtner

Lessing schrieb: „Wenn Kunst sich in Natur verwandelt, so hat Natur mit Kunst gehandelt“.

Ein wahrer Künstler in Sachen Landschaftsgärtnerei war Ludwig Heinrich Hermann Graf von Pückler (1822 wurde er Fürst). Pückler blickte auf 15 Jahre praktische Erfahrung in seinem Garten Bad Muskau zurück, als er in den Jahren 1832 und 1833 sein berühmtes Buch „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ schrieb. Er verfasste zahlreiche andere, damals sehr populäre Bücher, allerdings nur dieses eine theoretische Werk über Garten- und Parkgestaltung. Pückler reiste häufig nach England, er studierte die Parks und ließ sich für seine beiden Parks Bad Muskau und Branitz inspirieren. Bad Muskau ist Weltkulturerbe und zählt zu den schönsten Parks in Europa.   Bei meiner Garten+Kulturreise zu Pfingsten werden wir dieses Juwel der Gartenkunst besichtigen. Pücklers Buch über Landschaftsgärtnerei verdeutlicht beeindruckend das unheimliche Wissen um Pflanzen, Raum, Sichtachsen, Baumgruppierungen und sein begnadetes Gespür für die Anordnung und Gestaltung eines Landschaftsparks. Eine Gabe, die die Besucher des Parks bis heute in freudiges Staunen und Bewunderung versetzt. Das Buch „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“ empfehle ich jenen die einen Einblick in die Gartenkultur des 19 Jahrhunderts bekommen wollen.

Ein zweites Fürst Pückler Buch beschreibt mehr den Menschen und das Leben des Fürsten Pückler: „Der grüne Fürst – Das abenteuerliche Leben des Hermann Pückler-Muskau“. Wer gerne alte Reiseberichte liest und die schillernde Persönlichkeit kennenlernen möchte, dem sei dieses Buch empfohlen. Pückler war ein weitgereister Abenteurer, exzentrischer Lebemann, Gelehrter und Autor. Seine Biographie und seine Geschichten muten bunt und schillernd an. Ich habe das Buch mit großem Genuss gelesen, eine unterhaltsame Lektüre, die obendrein lehrreich und aufschlussreich ist.

Programm zur Gartenkulturreise: Gärten Schösser und Parks Plakat

Der grüne Fürst

Eine kleine Ananas

Heute habe ich meine Ananas geerntet. Eine winzige, aber perfekte Frucht. Die Topfpflanze kaufte ich vor einigen Monaten bei bellaflora, ich war so entzückt, dass ich sie einfach haben musste. Zumal sie perfekt zu meiner Avocado – davon erzähle ich ein andermal – passt. Frucht zu Frucht, auf dass sie sich gegenseitig befruchten mögen. Die kleine Ananaspflanze stand gleich neben dem Sofa und kurz vor der Ernte verströmte sie einen betörenden, süßen Duft wie eben nur reife Früchte riechen. Im Gegensatz dazu liegt in der Küche die noch ganz grüne große Ananas, nicht aus eigener Ernte, nur eigens gekauft bei Lidl. Die braucht jetzt sicher vierzehn Tage bis man nur annähernd ans Essen denken kann. Sollte ich vielleicht an eine eigene Ananaszucht denken? Anregungen werde ich mir beim nächsten Besuch in Bad Muskau in Sachsen holen. Im traumhaft schönen Park des grünen Fürsten Pückler steht ein Ananas-Gewächshaus und viel Interessantes ist in einer benachbarten Ausstellung über das regelrechte Ananasfieber im 18. Jahrhundert nachzulesen, als die kostbare Frucht in den Adelshöfen Einzug fand und wie ein kostbares Juwel gehandelt wurde.