Wo Garten und Kultur sich treffen: Schlösser und Parks in Sachsen

Gartenkultur vom Feinsten verspricht eine Reise zu Pfingsten ins benachbarte Deutschland. Als passionierte Gärtnerin lade ich gemeinsam mit Jetway Reisen in Traumgärten des 18. und 19. Jahrhunderts in Sachsen-Anhalt und Sachsen ein. Im Mittelpunkt stehen Gärten und Landschaftsparks mit einem besonderen historischen Hintergrund. Am Anreisetag in die Lutherstadt Wittenberg wird ein kurzer Abstecher ins pulsierende Leipzig gemacht. Schon der nächste Tag steht ganz im Zeichen eines UNESCO Weltkulturerbes, das Gartenreich Dessau-Wörlitz. „Hier ists iezt unendlich schön. Mich hats gestern Abend wie wir durch die Seen, Canäle und Wäldgen schlichen sehr gerührt wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben einen Traum um sich herum zu schaffen…“ schrieb Charlotte von Stein 1778 in einem Brief an Goethe. Gemeint ist das bezaubernde Gartenkunstwerk des Fürsten Franz von Sachsen aus dem 18. Jahrhundert, einer der ersten Landschaftsparks nach englischem Vorbild in Kontinentaleuropa.

Von Dresden aus, Stadtbesichtigung inklusive, geht es an einem Tag in das Gartenreich des grünen Fürsten Pückler nach Bad Muskau. Dieser Landschaftsgarten und das prächtige Schloss liegen grenzüberschreitend in Sachsen und Polen. Pückler war ein Lebenskünstler, ein Gartenfanatiker, Autor, Lebemann und Exzentriker. Immer hatte er Geldmangel, aber immer fand er einen Weg seinen Traum, einen einzigartigen Garten entstehen zu lassen, zu verwirklichen. Hermann Fürst von Pückler Muskau über seinen Garten: „Wer mich ganz kennenlernen will, muss meinen Garten kennen, denn mein Garten ist mein Herz.“ Auch dieses Gartenkunstwerk ist als Weltkulturerbe ausgezeichnet.

Mit einem ganz anderen, exotischen Charme verführen Schloss und Park Pillnitz, unweit von Dresden gelegen. Das außergewöhnliche Ensemble aus Architektur und Gartenkunst liegt vor den Weinbergen harmonisch eingefügt in die Flusslandschaft des Elbtals. August der Starke, König von Polen und Kurfürst von Sachsen, ließ das Wasser- und das Bergpalais (1720-1724) nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann errichten. Damit war der Grundstein für die größte chinoise Schlossanlage Europas gelegt, die 1768 unter Friedrich August dem Gerechten, Sommerresidenz des sächsischen Königshauses wurde. Der Schlosspark Pillnitz ist für seine Fülle an botanischen Schätzen bekannt, wie die mehr als 230 Jahre alte Kamelie, rund 400 Kübelpflanzen und wertvolle alte Bäume.

1719 bis 1732 entstand die Grundform des Barockgartens Großsedlitz, unweit von Dresden gelegen, die bis heute fast vollständig erhalten ist. Zwei sich gegenüber liegende Hänge prägen diese Anlage. Dazwischen große Treppen, akkurate Hecken, zahlreiche Sandsteinskulpturen und in den Sommermonaten an die 400 Kübelpflanzen, darunter über 100 Pomeranzen, auch Bitterorangen genannt. In Großsedlitz ist der größte Bestand von Orangenbäumen in ganz Deutschland zu finden. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen die Zitrusfrüchte in Mode. Für Adelshäuser war der Besitz und die Pflege von Orangenbäumen Prestigesache. Und so entstanden zur artgerechten Überwinterung zahlreiche Orangerien, die damals wie heute ihren architektonischen Reiz ausüben und noch immer funktionellen Charakter haben.

Das Programm zu dieser Reise „Garten, Parks und Schlösser“ finden Sie unter: http://www.jetway.at/gef_gruppen.php

Der Apfelbaum muss weg – freie Sicht

So, jetzt ist der Apfelbaum endgültig weg und es tut mir gar nicht leid. Was soll ich mit einem Apfelbaum, der seinen eigentlichen Zweck nicht erfüllt, nämlich Äpfel zu produzieren. In meinem Garten ist natürlich nicht so viel Platz, dass ich mehrere Sorten pflanzen könnte. Ursprünglich pflanzte ich meine Lieblingssorte Cox Orange, allerdings an einen anderen Platz. Der Baum hatte sich schon ganz gut entwickelt, musste dann aber auf Grund von Umbauarbeiten weichen und wurde an einen andern Platz umgesetzt. Danach kränkelte er so dahin, dass ich mich für´s Baumfällen entschied. Ein neuer Baum musste her. Empfohlen wurde mir ein Elstar, außerdem mag ich diese Sorte ganz gerne. Mir war klar, dass ein Apfelbaum von Anfang an erzogen werden muss und gute Pflege braucht. Also schrieb ich mich sogar in einem Gartenverein ein und nahm eifrig an einem Baumschneidekurs teil. Danach war mir ebenso schnell klar, dass ich niemals diese Routine entwickeln würde um meinen Baum richtig zu erziehen. Schließlich schaute er ganz anders aus als jener im Kurs und ich hatte doch nur den einen. Wenn da was schief ginge? Das Gasthaus zum schiefen Apfelbaum gibt es in unserem Stadtviertel schon. Jedenfalls habe ich dann Jahr für Jahr einen Baumkosmetiker kommen lassen, ein älterer Herr, der mit viel Geduld und Routine den Baum in eine wunderschöne Form brachte, Früchte trug er allerdings trotzdem nur mäßig und heuer im Herbst fiel die Entscheidung – der Baum muss weg. Dem bitteren Ende des fruchtlosen Apfelbaums liegt aber ein weiteres Argument zu Grunde. Ich wollte einfach wieder eine freie Sicht haben. Das Bedürfnis danach, oder sagen wir die Sensibilisierung für Sichtachsen, entstand bei meinem Besuch im UNESCO Weltkulturerbe der Gartenanlagen Dessau Wörlitz in Sachsen Anhalt an der Elbe. Ich weiß schon, dass es lächerlich klingt in meinem 1.000 qm großen Garten von Sichtachsen zu sprechen. Dort geht es um eine kilometerweite Sicht und Perspektiven, die durch eine ganz bewusste Pflanzung und deren Anordnung im vorigen Jahrhundert angestrebt wurde und noch heute penibel gepflegt wird. Trotzdem, meinem Apfelbaum hat es das Genick gebrochen und wie gesagt ich trauere nicht, ganz im Gegenteil, ich fühle mich befreit. Endlich freie Sicht!

Eine kleine Ananas

Heute habe ich meine Ananas geerntet. Eine winzige, aber perfekte Frucht. Die Topfpflanze kaufte ich vor einigen Monaten bei bellaflora, ich war so entzückt, dass ich sie einfach haben musste. Zumal sie perfekt zu meiner Avocado – davon erzähle ich ein andermal – passt. Frucht zu Frucht, auf dass sie sich gegenseitig befruchten mögen. Die kleine Ananaspflanze stand gleich neben dem Sofa und kurz vor der Ernte verströmte sie einen betörenden, süßen Duft wie eben nur reife Früchte riechen. Im Gegensatz dazu liegt in der Küche die noch ganz grüne große Ananas, nicht aus eigener Ernte, nur eigens gekauft bei Lidl. Die braucht jetzt sicher vierzehn Tage bis man nur annähernd ans Essen denken kann. Sollte ich vielleicht an eine eigene Ananaszucht denken? Anregungen werde ich mir beim nächsten Besuch in Bad Muskau in Sachsen holen. Im traumhaft schönen Park des grünen Fürsten Pückler steht ein Ananas-Gewächshaus und viel Interessantes ist in einer benachbarten Ausstellung über das regelrechte Ananasfieber im 18. Jahrhundert nachzulesen, als die kostbare Frucht in den Adelshöfen Einzug fand und wie ein kostbares Juwel gehandelt wurde.

 

Kontemplatives Laubrechen

Nein, das ist kein erster Schnee an der Sonnleithen. Die weiße Schicht auf all meinen Komposthaufen ist schlichter Kalk, damit das Laub und das Grünzeug besser verrottet, auf dass im nächsten Jahr schwarzes Gold daraus werde. Heute habe ich die Laubrecharbeiten im Garten abgeschlossen. Stunden gehen da drauf, manche würden sicherlich meinen „welch eine Arbeit“ und verbinden damit harte und mühsame, vielleicht sogar unlustige Arbeit. Für mich fällt Laubrechen in die gleiche Kategorie wie kontemplatives Autofahren. Man stellt sich auf eine längere Zeit der gleichen Tätigkeit ein. Langweilig finde ich das nicht, ganz im Gegenteil. Ich behaupte mal, beim Rechen bewege ich mich, kann wunderbar nachdenken und ruhe dabei kreativ in mir selbst. Also da fallen mir wirklich unangenehmere Arbeitssituationen ein als Laubrechen. Und wenn dann alles so sauber und aufgeräumt ist, praktisch fertig für heuer und schon startklar für das kommende Jahr, ja dann lacht sogar mein Gärtnerherz. Der Aufbereitung von Kompost sollte eine Gärtnerin viel Zeit widmen. Ich habe heuer meine Kompostecke gänzlich umgestaltet. Nur noch zwei dieser Metallkörbe sind übrig, aber auch die kommen nächstes Jahr weg, der Plastikcontainer ist wieder abgebaut. Stattdessen habe ich aus den grünen Weichteile und den Biomüll eine große Reihe geformt und eben mit Laub abgedeckt. Die harten Abfälle wie Äste von Sträuchern und Bäumen sind zu hübschen Haufen gestapelt. Hoffentlich haben sich die Igel schon eingenistet, ist mir lieber so, als das Stinketier Indoor zu überwintern. Nie wieder, das war echt ein Liebesdienst an dem kleinen Vieh und an meiner Tochter, die voriges Jahr ein Zwutschgerl nach Hause brachte. In meiner Verzweiflung habe ich das Igelbaby in das Tierheim gebracht, ich hatte Angst, dass er unter meiner Pflege nicht überleben würde, er war einfach zu klein und schwach, sodass ich ihn dort ließ. Zum Austausch nahm ich einen etwas größeren mit nach Hause, den ich bis zum Frühjahr versorgte, anfänglich fraß und stank er, dann schlief er nur noch und stank trotzdem. Plötzlich, ich glaube mich zu erinnern es war März, ich stupste ihn schon regelmäßig vor Sorge er würde nicht mehr leben, plötzlich also war er weg. Ich hatte vergessen, das Türchen des Hasenkäfigs zu schließen und just in der Nacht war er erwacht und hatte sich auf in die Freiheit begeben.

Verrückter Kirschenbaum

Am Weg zum Linzer Bahnhof, in Gedanken schon bei meiner Tochter,  staunte ich nicht schlecht, als ich diesen kleinen Kirschenbaum in dem Park vor dem Bahnhof entdeckte.  Eine Zierkirsche, die sich in der Jahreszeit geirrt hatte, oder vielmehr in die Irre geleitet wurde. Einige Pflanzen scheinen heuer eine fünfte Jahreszeit ausgerufen zu haben: den spätherbstlichen Frühling oder den vorweihnachtlichen Frühling, wie wäre es mit zwischenherbstwinterlichen Frühling? Unter der Davidia habe ich vor zwei Jahren ganz beiläufig einige Primelstöckerl eingraben, eine sehr hübsche Sorte, die ich damals bei meiner Lieblingsgärtnerei Sandner in St. Florian gekauft hatte. Mit blassgelben, gefüllten Blüten, auf einem etwas längeren Stiel als üblich. Beim Laubrechen blitzten nun frisch wie im Frühling viele Blüten hervor. Und meine Schwester hat meiner Mutter beim letzten Besuch vor rund 2 Wochen einen Strauß Ranunkel mitgebracht, aus ihrem Garten wohlgemerkt. Solch eine Überschätzung der Kälteresistenz kenne ich normalerweise nur von meinem weißen Flieder vorm Haus. Der spinnt sich nahezu jedes Jahr aus, wenn er spät in der Jahreszeit meint, mit seinen kurzen, etwas verstümmelten Blütenansätzen auftrumpfen zu können. Gut gemeint, aber im November ein sinnloses Unterfangen. Und trotzdem blüht er verlässlich jedes Frühjahr wieder, ein Flieder eben, nicht umzubringen.

Eingebuddelt – Der Winter kann kommen

Tulpen- und Narzissenzwiebel

Geduld ist bekanntlich eine Stärke, die man sich als Gärtnerin aneignet oder die sich gezwungenermaßen von selbst entwickelt. Bis eine Staude sich so richtig entwickelt hat, dass sie auch etwas hergibt, dauert es schon 2-3 Jahre. Sträucher brauchen noch länger und bis ein Baum als solcher bezeichnet werden darf vergehen sowieso Jahrzehnte. Leichter ist es mit Blumenzwiebeln. Im Herbst in die Erde gelegt, laufen sie im Frühjahr zur Höchstform auf und verwandeln den Garten in ein Frühlingsparadies. So war mein Plan und im Übereifer und angeregt durch eine wunderbare Homepage eines Lieferanten in Hamburg habe ich auf einen Schlag 500 Tulpen- und Narzissenzwiebel bestellt. Spät kam die Schachtel mit all der Pracht. Ich hatte mir einen Plan gemacht, wo genau nach Farbe und Blütezeit gereiht jede Sorte hinkommen sollte. Schon die ersten paar Quadratmeter waren schwierig zu beackern. Denn erst musste alles Wurzelwerk, das sich über die Jahre angesammelt hatte raus. Ich hatte extra Sand gekauft und jede Knolle bekam eine wenig davon als Untergrund. Denn ich hatte schon öfter größere Mengen an Frühlingszwiebeln gesetzt, allerdings verschwanden sie schon nach einem Jahr, oder schlimmer noch, sie erschienen erst gar nicht im ersten Frühling. Ich glaube, das liegt daran, dass die Erde in meinem Garten sehr schwer ist und die Zwiebeln schlicht und einfach verfaulen. Kann auch sein, dass die eine oder andere Maus sich daran delektiert, aber die eine oder andere Knolle sei ihr auch vergönnt. Mehr aber nicht! Manche Knollen brachte ich einzeln in die Erde, andere in Gruppen und einige sind in Töpfe gelegt unter die Erde gebracht worden. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt wie die Blüten tatsächlich aussehen werden, wie sich die Fülle macht, immerhin sind es jeweils 50 Blüten je Sorte und überhaupt kann ich schon jetzt den Frühling kaum mehr erwarten.

Marillenleichen als Kollateralschäden

In meinem Garten sind die Eichkätzchen jetzt wieder sehr aktiv. Meine Sympathie diesen Viechern gegenüber ist ja etwas getrübt, haben sie meine Freundin und damit auch mich als Nutznießerin in Form von Marillenmarmelade um die nahezu gesamte Marillenernte gebracht. Eines Tages als die herrliche Pracht eigentlich in den nächsten Tagen zur Ernte kommen sollte, lagen die Früchte süßduftend, rotbackig und vollreif am Boden. Der Haken daran war allerdings, dass jede einzelne Frucht angeknabbert war. Das Mysterium vom ungewollten und frühzeitigen Ernteeinbruch löste sich bald auf, als wir die Eichhörnchen – es gibt sogar zwei von den lieben Mistviechern – beobachteten, wie sie zuerst eine Marille nach der anderen auf den Reifegrad überprüften indem sie die Frucht in beide Pfoten nahmen und durch sanftes Drücken sich für die scheinbar einzig richtige entschieden, kräftig in die saftige Marille bissen, das herrliche Fruchtfleisch allerdings vom Baum warfen um sich dem eigentlichen Teil der Begierde, dem Kern, zuzuwenden. Das war es also! Diese Marillenleichen am Boden waren demnach nur Kollateralschäden. Ich frage mich: vielleicht besitzen Eichkatzerl auch ein tieferes Schönheitsempfinden. So wie das Mandelkernöl unsere Haut weich machen soll, könnte ja vielleicht der Marillenkern für buschiges Haar beim Eichhörnchen sorgen, wer weiß? Aber ich schweif ab… Für mich war das jedenfalls neu, ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass Eichhörnchen auf Marillenkerne stehen. Was für eine Verschwendung! Das wäre ja so, als würde ich beim Hendl all das saftige Fleisch vom Teller schubsen um mich am nackten Gebein zu delektieren.

Lustig zu beobachten sind sie schon, wie sie da geschäftig – immer kurz vor dem Burnout, so hat es den Anschein – am Nussbaum herumtänzeln und mit einer Leichtigkeit sich von einem Baum zum nächsten  Handeln. Ich sehe immer nur woher sie kommen, aus dem Garten meines linken Perma-Kultur-Nachbars, um dann einen Zwischenstopp auf meinem Nussbaum zu machen. Dann gilt es eine ziemliche Baumleere im nächsten Nachbarsgarten zu überbrücken um wiederum einen prächtigen Nussbaum und besagten Marillenbaum zu plündern. Gleichsam einem Supply-Chain-Manager in Höchstform bringen sie routiniert ihre Ernte auf demselben Retourweg und mit einer Regelmäßigkeit in das nahegelegene Depot.